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Plötzlich 90 – ein unfreiwilliger Selbstversuch

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Ein gespenstischer Anblick, wie auch ich ihn in letzter Zeit bieten kann 😉

Die Schalentierkrankheit, wie ich sie aus Ekelüberwindungsgründen seit Neuestem zu bezeichen pflege, hat mich fest im Griff. Momentan zumindest. Wie sich in den letzten Wochen herausgestellte, scheint es ein etwas längeres Unterfangen zu werden – verdammte Axt! Plötzlich 90 – ein unfreiwilliger Selbstversuch weiterlesen

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Ich? Schadenfroh? Neee…

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Es begab sich einst in der Faschingszeit. Mein damals-noch-nicht-Angetrauter und ich waren mit einigen Freunden auf einer Faschingsparty. Eine Freundin (im sexy Polizistinnen-Kostüm) bat meinen damals-noch-nicht-Angetrauten, ihren Schlüssel für sie aufzubewahren, da ihr Kostüm nur sehr wenig Stauraum bot.

Nach ausgiebigem Feiern und wie es sich für ein Pärchen gehört, blieben mein Schatz und ich nicht bis zum Partyende; das obliegt eher den Singles, Strohwitwe(r)n und denen, die für eine Nacht der Ehehölle entkommen sind und nun die Sau rauslassen – wird ja eh vermutlich für eine längere Zeit vorhalten müssen.

Mein Liebster und ich hingegen legten uns ins Bett, kuschelten uns ganz eng aneinander (klar Löffelchen, was denn sonst) und schliefen tief und fest den gerechten Schlaf der Liebenden.

„KLINGKLONG!“

„?“

„KLINGKLONG! KLINGKLONG!!!!“

„???“

„KLIIIIIIIIIIIIIIIIINGKLO……“

„Welcher Volldepp klingelt nachts um halb 3 bei uns Sturm, verdammt??!!!“

Mein Schatz schien ein wenig aufgebracht zu sein.

Ich selbst war noch dabei, meine Gedanken zu sortieren. Ich gehöre zu der Gattung Mensch, die nicht sofort nach dem aufwachen aufspringen können und wach und munter trällernd durch den Morgen rennen. Diese Leute gingen mir in meinem früheren Leben als Großraum-Tippsen-Azubi schon gehörig auf die Makronen: Man sitzt eine viertel Stunde vor Arbeitsbeginn gewohnt mürrisch und geistig noch vollkommen im Tiefschlaf an seinem Schreibtisch und starrt in die Kaffeetasse. Und jedesmal reißt irgendein superfröhlicher, putzmunterer Witzbold die Bürotür auf und flötet „Guten Mooorgeeeen!!“ Boooaaaah, wie oft hätte ich nur all zu gern diesem frühen Vogel meinen Locher an den Kopf geschmissen!! Ich bin sehr umgänglich und unglaublich humorvoll, nach 8 Uhr.

Wie dem auch sei: Während ich noch versuche die Lage einzuordnen, springt mein Liebster wutentbrannt aus dem Bett! Er rennt zum Fenster, will es aufreißen und…..

An dieser Stelle empfielt sich ein kleiner Exkurs zum Vortag: Ich bügelte. Anders als ich es je zuvor tat, stellte ich das Bügeleisen zum abkühlen auf das mamorne Fensterbrett des Schlafzimmerfensters.

…Das Zimmer war dunkel. In Zeitlupe (so zumindest meine Wahrnehmung in diesem Moment) hebt ein schemenhafter Schatten seinen Fuß. Er hält ihn mit beiden Händen fest, ein stummer Schrei hallt durch das Zimmer. Mein Schatz hat wirklich keinen Ton von sich gegeben, aber ich konnte deutlich das schmerzverzerrte Gesicht in der stockdunklen Nacht erkennen. Ich konnte den Schrei quasi sehen. Er humpelt zur Tür und gibt unserer Freundin ihren Schlüssel, den wir beim Verlassen der Party noch immer bei uns hatten. Ich war augenblicklich wach! Laut lachend lag ich im Bett und entschuldigte mich unter Tränen für die schlechte Wahl des Auskühlplatzes.

Was war passiert? Das Bügeleisen fiel vom Fensterbrett und bohrte sich mit der Spitze in den Fuß meines armen, über alles geliebten Schatzes. Allein der Gedanke ist – nun ja – schmerzhaft. Und saukomisch!

Er legte sich wieder zu mir. Das Bett bebte. Nach einigen Minuten hatte ich meinen lautlosen Lachkrampf im Griff und schlummerte ein. Der große Zeh aber, der unfreiwillig mit dem Bügeleisen Bekanntschaft machte, klopfte und pulsierte die liebe lange Nacht vor sich hin und hinderte meinen noch-nicht-Angetrauten an jeglicher Art von Ruhe.

Es sei hier noch erwähnt, dass dem armen Fuß nichts schlimmes passiert ist und seine Genesung recht schnell voranschritt. Fuß und Besitzer sind wohlauf und seit nunmehr 4 1/2 Jahren glücklich mit mir verheiratet. ;D

Es tut mir leid, Schatz! Wirklich! Der Gedanke daran bereitet mir heute noch Schmerzen im Zwerchfell…

Und jetzt noch etwas aus der Rubrik: Das passt ja wohl hier gar nicht:

„Eine 2 Meter große Transe wirft Glitter und Fischabfälle auf eine große Leinwand an der Autobahn – ich dachte, du findest das vielleicht lustig.“ („How I met your mother“; der „Käpt’n“ zu Lilli, die als Kunsthändlerin für ihn arbeitet)